Keine schönere Krankheit in meinen Augen als Heimweh

Johann Georg Hamann










Wiederkehr

Schön ist die Welt, wenn das Verborgne
zu neuem Glanze sich erhebt.
Das schöne Bild, das längst Verlorne,
sich wieder uns zur seite legt.

Sind wieder da und dürfen hoffen,
Herz kann sich zu Herzen legen
So manche Stund, so manches Wachen,
will uns zu neuer Lieb bewegen.

So darf es bleiben, soll nie enden,
mag uns immerdar beglücken.
Wolln uns erfreuen hier in Wänden,
die uns sorgenfrei berücken


©  Gilbert 2008









An die Fee

Du bist, o Fee, mir treu geblieben,
seit Jahren meiner Kinderzeit.
Nun frag ich mich, was dich vertrieben,
du reife frohe Zärtlichkeit.

Du sorgtest dich. Mit zarten Händen
trugst du mich über Unbill fort.
Und selbst auch aus Gefängniswänden
befreite mich dein Zauberwort.

Du gabst mir immer Trost vor allen,
zieh neugefunden wieder ein
und lass dein Lieben wieder fallen
auf meinen Weg wie Sonnenschein.


© Gilbert 2008








Stimmungen

Regenschwere Wolken hängen
über Wiesen, Baum und Strauch
und befreit von allen Zwängen
löscht die Nacht die Lichter auch.

Liese senkt ein Traum sich nieder,
legt sich leicht in meine Ruh.
Meine müdbeschwerten Lider,
fallen mir so mählich zu.

Träum so manches Hirngebilde,
geb mich ganz den Bildern hin.
Führ nur Gutes noch im Schilde,
ohne Arg ist nun mein Sinn.

 
© Gilbert 2008








Abendstille

Vorbei der Tag im Abendwind,
weich flließt der breit Strom dahin.
Es dümpelt still ein kleines Boot
zu dem ersehnten Ziele hin.

An den Ufern wehen Winde
Schnee vom Himmel auf, dem klaren.
Aus den Tälern fliehn geschwinde,
Tiere, die zuhaus hier waren.

Weit ist die Schwärze ausgegossen,
wie dunkler Saft aus dem Pokal.
Von der Finsternis umschlossen
dämmern die Berge, Wald und Tal.


©  Gilbert 2008








Zuletzt

Der letzte Schlag der Uhr vergeht
als still der Augen Licht zerbricht.
Der Lebenswille ist verweht
und eine Rückkehr gibt es nicht.

Schwindlich taumelnd irrt die Seele

zielsuchend in die Nacht hinein,
dass sie sich dem Nichts vermähle,
weithin zu einem neuen Sein.

Wie ein Tunnel scheint das Dunkel,
durch das die arme Seele fliegt.

Nirgendwo ein Stgerngefunkel,
in dem doch sonst die Hoffnung siegt.

Da scheint von fern ein heller Tag,
froh eilt die Seele darauf zu.
Verspürt den sanften Flügelschlag
und kommt beim Engel dann zur Ruh.


©  Gilbert 2008


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Ruhe

Ergeb mich still dem sanften Schlaf.
Der Hund kommt leise aus der Ecke,
läßt aus dem Mund die weiße Decke,
so wohlig knurrend- weiß, er darf.

Ganz langsam tappst er auf mich zu,
nehme ihn wärmend in die Arme,
Fühle das Drängen, endlos warme.
Sein kleines Herz kommt nun zur Ruh.

Noch lang sind wir am ruhgen Ort,
wo unsre Träume Bilder hatten.
Auf grünen Wiesen klang ein Wort,

wir sehnten uns zu jenen Matten.
Es gab lein Leid mehr- weit, weit fort.
Und auf dem Teiche dümpeln Schatten.

© Gilbert








 

Getrennt

Immer sehn ich mich fort und such die Weite des Himmels,
möchte eines doch nur: Ende des ewigen Leids.
Find mich traurig allein und bleib im Kerker der Hüllen,
wo kaum Hoffen mehr wohnt, löste sich langsam wohl auf.
Nimmer find ich das Glück, stets muss ans Weh ich nur denken,
sehne mich immerdar, kenn meinen bittenden Blick.
Aber du bleibst mir fern und Freuden sind mir genommen,
stille geh ich dahin, den schmalen Weg hin zu dir.

Damals ließt du mich los, zu schweben weit in die Fernen,
die ich nimmer kann schaun, sind mir für ewig verwehrt.
Sehnend seh ich dich dort, du sitzt im Kreise der Engel,
lauschst den Worten des Herrn, hängend am göttlichen Mund.
Doch wird Gehen mir leicht, denn du bist glücklich im Himmel,
blicke nächtlich empor, fühle dich selig im Licht.
Trauer bleibt mir nun treu, will mich wohl nie mehr verlassen,
Stürme wehen mir zu, halten mich sorglich zurück.

© Gilbert 2008




 

 

 

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