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Der freie Vortrag macht des Redners Glück, ich fühl es wohl, noch bin ich weit zurück

© Johann Wolfgang von Goethe







         gemalt von Gilbert Ahlers 2001

Einsamkeit


Sitze allein im alten Boot,
um mich herum nur kaltes Licht.
Kann nur erahnen, was mir droht
und mir die letzte Hoffnung bricht.

Gedanken gehen nicht hinfort,
aus des tr�ben Daseins Schwere.
Erf�hl kein Sehnen hier am Ort,
nur die endlos karge Leere.

Immer dichter werden Schwaden,
die mein Sinnen dumpf beschweren.
L�hmend mich zur Trauer laden,
alles Stillstand und kein Werden.

Kann die Ruder nicht bewegen,
da� sie mich ans Ufer tr�gen.
M�chte, da� sich Winde regen,
doch der Nebel straft mich L�gen.

K�nnt ich doch in lichten Welten,
aller Tr�bsal hier entfliehen.
W�rd leben gar in leichten Zelten
und in weite Fernen ziehen.


© Gilbert 2003






 

Die Rose


Dufte, liebe Rose!
Bis zum hohen Himmelszelt.
Lass die Sonn mit ihrer Güte,
leuchten auf die Erdenwelt.
Sende weiße Schäfchenwolken,
in des Lichtes Mitte hin.
Träume, meine Blume, träume,
tief in deinem lieben Sinn.

Träume, liebe Rose!
In dem warmen Sonnenschein,
und das liebe Röschen schmeichelt,
tief sich in Liebchens Herz hinein.
Leise zieht der Wolken Band,
zum Zenit des Lichtes hin.
Träume, meine Blume, träume,
auf der Sonne Strahlen hin.

 
© Gilbert 2003





 



Frieden

Leise dunkelnd kommt die Nacht,
legt sich schützend auf die Erde.
Der goldne Mond am Himmel wacht,
treu im Kreise heller Sterne.

Zärtlich streift der Wind die Blätter,
flüstert ganz milde sie zur Ruh.
ist wie ein Vater und auch Retter
ein treuer Freund auch noch dazu.

Sanftes Licht fällt aus dem Fenster,
legt sich lächelnd auf den Garten.
Sänftigend den Baum, den Ginster,
die selge  Ruhe jetzt erwarten.

Lieblich klingen zarte Töne,
in stiller Nacht bis hin zum Baum,
zeigend so die ganze Schöne,
des nächtlich süßen Sommertraums.


©
 Gilbert 2003








Der Strom

Breit fließt der Strom in Sonnengluten
hin durch das stille, bunte Treiben,
das leis sich spiegelt in den Fluten
und freundlich grüßt zu Baum und Zweigen.

Schau betört das tiefe Wirken,
seh, wie es endet und ensteht.
Vogel in dem Laub der Birken,
trällernd des Sanges Kunst besteht.

Und weiter fließet Stromes Welle,
hin zwischen Ufern baumbestanden.
Aus mancher farnbedeckten Quelle,
erseh ich quirlge Wasser stranden.

Immer breiter fließen Wogen,
sich stürzend jetzt hinab ins Tal.
Der Fische Leben ist zerstoben,
verenden jäh in stummer Qual.

Da schon ergießt sichs in die Meere,
die sehnend voll Erwartung harrten.
Mit dem Getöse großer Heere,
sie sich in das Inferno warfen.

Werden strömend aufgenommen,
können keine Worte sagen.
Haben Zutraun nie gewonnen,
müssen ewig weiterjagen.

© Gilbert 2003








Die Tanne

Still in ihrem grünen Kleide,
vom lauen Winde leicht bewegt,
rührt sie stille ihre Zweige,
ist nun von sanftem Licht belegt.

Das ruhend aus dem Fenster dringt,
die Nadeln taucht in goldnen Schein.
Von oben froh ein Vöglein singt,
erfreuet mich wie alter Wein.

Schön ists, zu ruhn von aller Last,
die mich den langen Tag bemüht.
Lass mich nun nieder ohne Hast,
daß Sinnen mir mein Herze kühlt.

Doch am Tage kommt das Grauen,
schlägt böse ohne Mitleid zu.
Beile schlagen, Sägen brauen
des lieben Baumes ewge Ruh.

Grell fällt das Licht in meinen Raum,
als ich von Schmerz erfüllt da steh.
Mein guter Freund, der grüne Baum,
ist fort, läßt mich allein im Weh.


© Gilbert



 

 

Der kleine Wunsch

Ein kleines Wünschlein hätt ich noch,
zu frühbewegter Stunde.
Ist es auch klein, ersehn ich�s doch,
mag schließen meine Wunde.

Wie manches mal dem vollen Glas,
nur ein einzig Tropfen fehlt.
So find ich nun, daß ich vergaß,
diesen Teil, der wirklich zählt.

Was sollte mir der Gipfel Freuden,
zäher Leiden tiefer Frust.
Ich würde alles nur vergeuden,
wäre nicht die eine Lust.

Möcht über deine Stirne streichen,
diese blauen Augen sehn.
Gerne Wang an Wange reiben,
in der Liebe Licht vergehn.


© Gilbert 






 


Herbstesfülle

Welches Wunder ist geschehen,

in der vergangnen klaren Nacht.
Kann nicht aufhörn es zu sehen,
die ganze Welt in schönster Pracht.

Schau Natur in neuem Kleide,
vielfarbig herrlich anzusehn.
Wie gemalt auf kühler Seide,
bleibe entzückt ganz lange stehn.

Möcht den langen Weg befahren,
hörn das Säuseln goldner Kronen.
Will den Anblick gern bewahren,
mir den Herbst des Lebens lohnen.

Zeit des Wandels, Zeit der Reife,
führst uns hin zu kältren Tagen.
Fühln das Winken deiner Zweige
um uns Lebewohl zu sagen.


©
 Gilbert 2003




 

 

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