Abschied

 








Heimat ist immer etwas Verlorenes, eine Sehnsucht, die sich nie erfüllen läßt









Abschied

Tief hab ich es gespürt, was Abschied ist.
Ich trag es noch, geheimes, längst vergangnes,
bestimmtes Etwas, dass ein lieb Umfangnes,
mir zögernd weist, zurückzieht und vergisst.


Da bleib ich ohne Wehr, dem nachzusehn,
das mich, obwohl es mich so liebt, gehen ließ.
Ich da stand, als jener herbe Wind mir blies
und war so klein, als hätt ich schwere Wehn.


Ein Winken noch, nicht für mich bereitet,
ein so zögernd weitergehendes, kaum noch
ersichtlich mehr, ja, wie so ein Bäumchen doch,
aus dem leicht ein Vöglein Flügel breitet.

© Gilbert 2009










Der Weggang

Bevor sich ganz mein Herz verschließt,
enttäuscht sich meine Sinne wenden,
diese gestaute Träne langsam fließt.
will ich meinTun jetzt froh beenden.
Wie könnt es mich so sehr erfreun,
die vielen Grüße noch zu senden.
wie könnte mich ein Tag gereun,
mit dem Erfolg in meinen Händen.

werd mich treu zur Ferne wenden,
wo neues Glück ich kann erspähen.
Werd so manchmal an euch denken,
nie sollt mich reuen, was geschehen.
Die schöne Zeit, sie kommt nie wieder,
dreh mich nicht um, schau in die Fernen.
Zeit verrinnt, schon blühet neu der Flieder,
geh fort so still, und schaue zu den Sternen.

© Gilbert 2008










Verbrauchtes Leid

Du gehst hinweg, verbrauchtes Leid,
willst nun endlich von mir gehen.
Mach schnell mich für das Glück bereit,
es soll stehn und nicht vergehen.

Möge es doch bei mir bleiben,
stetig mir das Herz erfreuen.
will ihm meine Seele zeigen
und es soll ihn nicht gereuen.

Kann dann endlich selig ruhen,
mich in bunten Träumen wiegen.
Wenn das Tuch gilbt in den Truhen,
will ich zu den Engeln fliegen.

 
© Gilbert 2008










Gedanken

Der Tag erwacht in tiefer Ruh,
freuet mich mit Morgenröte.
Gefroren liegt der See, ganz zu,
Manches Fischlein hat nun Nöte.

Wandre langsam durch die Stille,
seh die schneebedeckten Wälder.
In mir keimt ein leiser Wille,
Duft zu riechen grüner Felder.

Es hat alles seine Zeiten,
der Winter und der Frühling auch.
Sehne mich nach fernen Weiten
und nach des warmen Sommers Hauch.

 
© Gilbert 2009










Entfaltung

Müßt ihr denn ewig mich so halten,
daß ich eurem Bilde diene?
Möchte mich endlich frei entfalten,
mit dem Herz und froher Mine.

Laßt mich doch in Freiheit leben,
weltzugewandt und hoffnungstreu.
Kann tags in Wäldern Kränze weben
und nächtens ruhn auf Laub und Streu.

In Frieden dann erwachsen werden,
entfalten, was ein Schöpfer schuf.
Begreifen, was da lebt auf Erden,
deuten des Vogels Klang und Ruf.


© Gilbert 2009











 Morgenmelodie

Das Himmelsblau fängt an, den Tag zu füllen.
Ein Sonnenstrahl am Firmament sich rundet
und trägt so leicht das Wolkenband, erkundet,
wie Wärme will den neuen Tag umhüllen.

Im Purpur will ein leichtes Grau noch reifen.
Ein Preis, den es dem letzten Dunkel schuldet,
eh sich´s verliert. Das Morgenlicht gesundet
Die Bläue will die Vogelwelt ergreifen.

Und in den frühen neuerwachten Funken
der Tag nun pocht und mich so leicht berührt,
der ich doch müde, noch von Nacht betrunken

die Erde atme, Mutter des Entstehens.
Melodie des Morgens zärtlich mich entführt
und lieb umfängt mich Zartheit des Vergehens.

© Gilbert 2009



 

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