In allen Dingen





Siehe, wir hassen, wir streiten, es trennet uns Neigung und Meinung;
aber es bleichet indes dir sich die Locke, wie mir.

Friedrich Schiller


 

 


Das ferne Licht

Ich seh ein Licht in weiter Fern,
das traulich durch die Zweige scheint.
Möcht es erschauen gar zu gern
und wär so gern mit ihm vereint.

So geh ich auf des Waldes Weg,
sehnlich in seine Richtung hin.
Und über manchen Bach und Steg
hab ich das Leuchten nur im Sinn.

Doch will es mir nicht näherkommen,
mal ist es weit, dann wieder nah.
Setz mich hin, zutiefst beklommen
und denke übers Lichtlein nach.

Warum ist es mir wohl erschienen?
Wieso ist es mir so vertraut?
Ach, ich möcht so gern ihm dienen,
hab so fest aufs Licht gebaut.

Möchte seine Wärme spüren,
seinem Leuchten möcht ich trauen.
Lass mich durch sein Glühn verführen,
könnt ich doch sein Wollen schauen.

Weiter wandel ich auf Pfaden
mit meinem Ziele fest im Blick.
Möcht in ihm die Seele baden
und erschaun mein größtes Glück.

© Gilbert 2004







Waldesrauschen
 
Noch ruhet leis der stille Wald,
gibt sich den sel´gen Träumen hin.
Ein schönes Ahnen faßt mich bald
und geht mir nicht mehr aus dem Sinn.

Schon weitet sich die Seele aus
als sanft ein Hauch sicht leicht erhebt.
Mein eig´nes Herz tut sich dann auf,
als er sich hin zu Blättern weht.

Und stärker wird des Windes Wehen,
erfaßt nun Äste, Zweig und Laub.
Und sie lassen es geschehen,
kennen sie doch des Lebens Lauf.

Denn schon erklingt die Melodie
des Waldes, schön und wunderbar.
Es rauscht dahin in Harmonie
der Töne, seltsam hell und klar.

Schau, wie alles sich beweget,
ja, eines sich zum andern legt.
 Pflanz und Tier sich jetzt auch reget,
bis alles dehnt sich, tönt und lebt.

Hör doch, das gewaltig´  Rauschen,
das bis zum Wolkendunst entschwebt.
Sieh nur, wie die Elfen lauschen,
wenn die Natur sich selber trägt.

Langsam kehrt wieder Ruhe ein,
zärtlich bunte Blätter lispeln.
Ein frischer Duft, wie neuer Wein,
schlägt zu Wurzeln, Stamm und Disteln.

O, welches Schauspiel der Natur,
dass uns so Aug und Ohr erfreut.
Ein Fest für alle Kreatur,
die sonstens Tages Lärmen scheut.

© Gilbert 2004









Sehnsucht

In langsam endenden Erfreuen
des Tages Sinfonie vergeht.
Doch die Sehnsucht will sich scheuen,
in stillen Nächten zu vergehn.

Und sie weist im bleichen Lichte
den Weg dir wie ein Elfenkind.
Führt dich in zarter Kinderliebe
zu der Welt der Träume hin.

© by Gilbert 2004








Verbrauchtes Leid

Du gehst hinweg, verbrauchtes Leid,
willst nun endlich von mir gehen.
Mach schnell mich für das Glück bereit,
es soll stehn und nicht vergehen.

Möge es doch bei mir bleiben,
stetig mir das Herz erfreuen.
will ihm meine Seele zeigen
und es soll ihm nicht gereuen.

Kann dann endlich selig ruhen,
mich in bunten Träumen wiegen.
Wenn das Tuch gilbt in den Truhen,
will ich zu den Engeln fliegen.

 
© by Gilbert 2004





 Ein neuer Tag


Ein neuer Tag naht aus der Nacht,
legt sich so sacht auf Wald und Flur.
Verstohlen schon die Sonne lacht,
leis klingt von fern die Kirchturmuhr.

Blätter lispeln an den Zweigen,
ein kleiner Fuchs schaut aus dem Bau.
Elfen tanzen ihren Reigen,
auf Planzen glänzt ein lichter Tau.

Und schon ertönt der Vögel Lied,
schwingt sich auf in Frühlingsluft.
Froh setz ich fort nun meinen Gang
und atme tief der Blüten Duft

© by Gilbert 2004









Osterfrieden

Schon zeigen sich die ersten Strahlen,
gleiten ganz sacht zur Erde hin.
Wollen Blüt und Menschen laben,
erfreuen, was so traurig ging.

Bald werden froh die Glocken klingen,
auferstanden aus der Stille.
Vogelwelt hebt an zu singen,
hör das Zirpen einer Grille.

So friedlich liegen Flur und Wälder,
bis dann das erste Lachen tönt
des Kindes, das im Duft der Felder,
die ganze grüne Au verschönt.

Bald werden alle hierher strömen,
entfliehn dem dunklen engen Ort.
Frei sein, sich vom Druck entwöhnen,
der sie ergiff, so fort und fort.

Sie wollen sich nach Frieden sehnen,
in froher, schönerer Natur.
Endlich mal zur Sonn´sich dehnen,
ganz ohne Hast und ohne Uhr.

Mag Freude diese Welt erfüllen,
der Frieden unser Herz befrein.
Liebe wird die Sehnsucht stillen
und läßt uns alle glücklich sein.

 © by Gilbert 2004









Kinderaugen

Schön, daß Kinderaugen lachen,
daß sie dem Osterhasen traun.
Ja, es gibt so manche Sachen,
auf die sie stehn, auf die sie baun.

Doch der Traum geht auch zu Ende,
des Lebens Wissen schafft sich Raum.
dann erleben sie die Wende
und sehen, es war alles Schaum.

Gut war es, daran zu glauben,
es war so schön, sich drauf zu freun.
Kann man sonst noch Schönes klauben
ohne die Wirklichkeit zu scheun?

Vorbei ist bald die Kinderwelt,
da ihre Augen Wünsche zeigen.
Sehn dann hinauf zum Sternenzelt,
sehn dort die Ewigen, die bleiben.

© by Gilbert 2004









Abends

Nun ist der helle Tag vergangen,
versinkt nun still in dunkler Nacht.
Nur die goldnen Sternlein prangen,
der bleiche Mond hält seine Wacht.

Leis legt sich auch der Wind zur Ruh
und glaubt, er hat sein Werk getan.
Nur noch die Wolken schauen zu
auf ihrer langen, weiten Bahn.

Längst ist der Vögel Lied verklungen,
in tiefem Frieden liegt der Wald,
Nur eine noch hat dann gesungen,
vom hohen Ast die Nachtigall.

Von Lieb und Treu es perlend klingt,
könnt ihr immerwährend lauschen.
Ach ja, wenn je mein Leben sinkt,
dann möchte nur mit ihr ich tauschen.

© by Gilbert 2004








Freundschaft

Freundschaft ist so wie ein Spiegel,
in dem du stets dein Bild nur siehst.
Ist ein immer teures Siegel,
das treu in deinem Herzen lebt.

Freundschaft trägt des andern Schmerzen
und teilet mit ihm Freud und Leid.
Bindet fest zwei gute Herzen
zur ewigen Gemeinsamkeit.

Freundschaft kann auch nur vergehen,
wenn mal des andern Auge bricht.
Dann wird ein kalter Wind dir wehen,
dein einst´ges DU ist dann verwischt.

© by Gilbert 2004






 

 Der Wald


Schwer liegt die Nacht auf der Natur,
mild erstrahlt das Licht der Sterne.
Das bleiche Licht des Mondes nur
scheint lächelnd her aus weiter Ferne.

Vom Wald her klingt noch Vogelsang,
Ein Tönen, das dann still vergeht.
Die Blume senkt das Köpfchen bang,
als sich ganz leicht der Wind erhebt.

Leis ist es in der Welt umher,
dann und wann ein zartes Regen.
Von Blättern, die so müd und leer,
sich zärtlich aneinander lehnen.

© by Gilbert 2004









Der Weggang

Bevor sich ganz mein Herz verschließt,
enttäuscht sich meine Sinne wenden,
diese gestaute Träne langsam fließt
mag und will nun nicht mehr enden.
Wie könnt es mich so sehr erfreun,
die vielen Grüße noch zu senden.
wie könnte mich ein Tag gereun,
ohne Erfolg in meinen Händen.

werd mich treu zur Ferne wenden,
wo neues Glück ich kann erspähen.
Werd so manchmal euer gedenken,
nie mehr bedauern, was geschehen.
Die schöne Zeit, sie kommt nie wieder,
dreh mich nicht um, schau in die Fernen.
Zeit verrinnt, schon blühet neu der Flieder,
geh fort so still, und schaue zu den Sternen.


© by Gilbert 2004



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