Zum Träumen geboren




Laß die Sprache dir sein, was der Körper den Liebenden.
Er nur ist´s, der die Wesen trennt und der die Wesen vereint.


Friedrich Schiller








Erfühlt

Vor meinem Aug´ erstehen Welten
wie ich sie nimmer hab gesehn.
Sind mir nah und mögen gelten
für das was war und ist geschehn.

 Mögen von dem Glück erzählen,
von stiller Lieb und Seligkeit.
Müssen auch vom Leid erzählen,
von mancher Not und Traurigkeit.

Nicht immer ist uns Freud gewährt,
der Becher auch mit Gram gefüllt.
Doch wenn er endlich ist geleert,
wird auch das Sehnen uns gestillt.

Dann schauen wir wie selten schön
Natur uns birgt mit selt´nem Schein.
Damit wir uns´re Wege gehn
durch Finsternis und Sonnenschein.

Und wie so alles sprießt und blüht
im Tale und auf Bergeshöhn.
Fühlen wir, daß noch was glüht
und spüren in uns Lieb entstehn.

 Treibt uns hin zu tiefen Träumen,
ständig durch Licht und Dunkel hin.
Läßt all die Gefühle schäumen
in Sehnsucht und in Widersinn.

Doch wenn dann die Erfüllung naht,
sich lieblich uns zur Seite legt.
Dann kann entfliehen was bewahrt
und lang hat unser Herz bewegt.

© Gilbert 2004










Abendlied

Du zart Gewölk, du stille Nacht,
legst leicht um mich die schwarze Pracht,
wenn alle Menschen schlafen.
Ein Schäfer nur noch,gehensmüd,
summt leis für sich ein Abendlied
und legt sich zu den Schafen.

Gebete zu den Wolken gehn,
zu Sternen, die an Himmeln stehn,
fühl mich nicht vergessen.
Denn du kamst ja so sacht zu mir,
wenn ich auf dunklem Steine hier
versunken hab gesessen.

Du bist mein Hort, du stille Nacht.
Das Tagwerk hat mich müd gemacht,
die weite Welt schon dunkelt.
Laß ausruhn mich von Leid und Tod,
bis daß ein zartes Morgenrot
mein Leben hell durchfunkelt.

© Gilbert 2004







 

 Der See

Es liegt der See im  Abendfrieden
und leise lispelt Well´um Welle.
Von ferne sinkt die Sonn hernieden
färbt alles rot bis hin zur Quelle.

Und all mein Sinnen geht zu Welten,
die stets in Träumen mir erscheinen.
Wenden sich hin zu den Gezelten,
die Traum und Wirklichkeit vereinen.

Möcht mich in laue Lüfte schwingen,
so wie der Aar in Freiheit schweifen.
Selig mit Elementen singen,
die mich sanft wiegend hier begleiten.

Würde sodann die Liebe fühlen,
wie sie noch keiner konnt erleben.
Würd mich in Wolkenkissen wühlen
bis dann auch Schlaf und Traum verwehen.

© Gilbert 2004








Wolken

O Wolken meiner Lebenslust,
die ihr an weiten Himmeln fliegt.
Welch ein Gefühl in meiner Brust,
wenn ich in euch geborgen lieg.

Sprang mutig aus den Himmeln ab,
hin durch des Äthers lichtes Blau.
Dacht schon, ihr wäret jetzt mein Grab,
eh ich erreich des Bodens Tau.

Doch ihr habt mich aufgenommen, 
ganz zärtlich habt ihr mich gewiegt.
Bis ich wieder Mut gewonnen,
zu schweben endlich bis zum Ziel.

Der Schirm geht auf mit einem Ruck,
Schmerz fährt mir durch alle Glieder.
Doch dann hab ich nicht mehr gezuckt,
 bin gefallen in den Flieder.

Hob das Gesicht zum Himmel auf,
seh das Licht auf Wolken schweben.
Rufe froh grüßend dann hinauf,
möchte ewig mit euch leben!

© Gilbert 2004









Seelenstille

Zu mancher Zeit ist meine Seele still:
Ein Buchenwald, draus alle Wand´rer gingen.
Ein Aar nur wehrt mit seinen weiten Schwingen
dem Nebel, der mit seinen grauen Ringen,
des Haines Licht umschatten will.

Verträumte Bilder dunkeln ruhig drin
in ewig drängendem Sichzeigenwollen.
Mich sehnt´s, den Bildern einen Blick zu zollen:
Mit meiner Liebe Glanz, dem immer vollen,
schmück ich sie gerne- weil ich glücklich bin.

© Gilbert 2004










Die Rose

Die Rose, diese rote, 
gab gestern mir ein Kind;
leg sie heut als ein Bote,
hin auf dein Bett geschwind.

Schau, sie ist seit gestern
noch tausendfach so schön.
duftet wie ihre Schwestern
im Tal und auf den Höhn.

Auf ihren zarten Blättern,
da leuchten Tröpfchen- schau.
es sind alles Tränen
und vordem war es Tau.

© Gilbert 2004










La Paloma

Flieg, o Taube, hin zu Meeren,
zu deiner Träume stetem Ziel.
Lass dein Sehnen sich vermehren,
wenn deiner  Hoffnung Kraft verfiel.

Schau hinunter zu den Wogen,
zu dem Gischt, den sie versprühen.
Und du wirst die Mächte loben,
die diese Schönheit ließen sprühen.

Lass dich von den Wellen tragen
zu zauberhaften Stränden hin.
Immer, wenn du willst verzagen,
hast diese Schönheit du im Sinn.

Schweb dahin in ferne Weiten,
dass der Sehnsucht Ziel dir blinkt.
Wir sind alle hier auf Reisen,
bis unsres Lebens Stern versinkt.

© Gilbert 2004









Ein Traum

O ja, es war der Duft der Rosen,
mir war angst, vor ihrer roten Pracht.
Du kamst, um dir mein Herz zu holen
in schwarzer Nacht.

Da war Furcht, doch du nahst zart und lieb,
wie die Elfe, still und schwebend sacht.
Kamst zu mir und wie ein Liebeslied
verklang die Nacht.

© Gilbert 2004












Allein

Schnell vergeht des Lebens Glück,
eine Träne bleibt zurück.
So fühlst du auf derZunge Salz
und den Kloß in deinem Hals.

Schnell sagst du ein böses Wort,
der andere geht traurig fort .
Ach, es tut dir wirklich leid,
doch die Freundschaft ist entzweit.

Einsamkeit bleibt dann zurück,
gehst durch´s  Leben nur gebückt.
Alle Freud ist dir erloschen,
bist allein mit deinem Hoffen.

© Gilbert 2004









Narkose


So langsam tropft das Elixier
leis und stetig in die Vene.
Still wendet sich mein Geist von mir,
dahin, wo ihn nun nichts mehr quäle.

 In ein Dunkel voller Dolden,
nichts zu sehen, nichts zu fühlen. 
Hingestreckt auf weissen Wolken,
die mich sanft unfd freunlich wiegen.

 Bin von Angst und Sorgen frei,
nichts Widriges ficht mich mehr an.
Ein schöner Engel fliegt herbei
und setzt sich auf des Bettes Rand.

 Kann auch nicht die Zeit ermessen,
welche der Engel bei mir war.
Werd ihn aber nie vergessen,
er war so schön und wunderbar.

Dann ist vorbei der tiefe Schlaf,
komm in die Wirklichkeit zurück.
Will nach dem hehren Engel fassen,
doch lächelnd kehrt er heim ins Licht.

 Nun, du kannst nicht ewig weilen,
in der erzeugten tiefen Ruh.
Du mußt wieder zu den Deinen
mit allem,was du bist und tust.

© Gilbert 2004







 Vorfreude

Freu mich schon auf den ersten Strahl
der Frühlingssonne lind und lau.
Natur mit sattem Grün nun prahlt
und Blumen blühen auf der Au.

Ein sanfter Wind weht durch das Laub
der Bäume, die mir Schatten spenden.
Der Vogel hat sein Nest gebaut,
 sucht nun Futter ohne Enden.

Und sachte rührt den Mensch der Schmerz
der Liebe, die ihn tief bewegt.
Ein dunkles Aug blickt in sein Herz
und alle Qual hat sich gelegt.

Von ferne höre ich den Laut
der Schafe, die nun heimgetrieben.
Auch ich mach mich nun langsam auf,
wär so gerne noch geblieben.

© Gilbert 2004







Auf den Flügeln der Musik

So beginnen die Geschichten,
die mich von Kindheit an berückt.
War ganz weg von all dem Dichten
und vom Träumen tief entzückt.

 Las von fernen Wunderwelten,
ja, von den Tieren, bös und gut.
Von Gespenstern und auch Elfen,
vom bösen Wolf und seiner Wut.

 Sah des Königssohnes Streben,
las seinen Mut und seine Kraft.
fühlt´mit ihm die Liebe leben
zu der Prinzessin, die ihm lacht.

 Sieh, auch heute gibt es Märchen,
ja, sie geschehn ganz wunderbar.
Sie ergreifen unsre Herzen
und treffen uns so hell und klar.

 Reden oft von Glück und Schmerzen,
von hehrer Schönheit und Natur.
Auch vom Sehnen und von Kerzen,
natürlich auch von Liebe pur.

 Nicht immer enden sie im Licht,
oftmals ist Trauer auch erlebt.
Ach, selbst bestimmen kannst du´s nicht,
das Ende wird dir vorerzählt.

 Märchen leben von den Träumen,
die so tief in uns entstehen.
Sie sind´s, die unser Leben säumen,
die selig nahn und still verwehen.

 © Gilbert 






Sommerzeit

Welch zartes Licht liegt auf dem See,
in der frühen Morgenstunde.
Ein roter Schimmer ist gelegt,
dehnt sich aus in weiter Runde.

Ganz weißlich steht der gute Mond,
schaut lächelnd auf das Tal herab.
Auch das Sternmeer, das da thront,
hat dieses Leuchten nicht geschafft.

Da sehe ich den lichten Chor,
der Engel, welche Uhren stellen.
Die Sommerzeit steht uns bevor,
wirds des Winters Lust vergellen?

Genieß den Rest der kurzen Nacht,
schau stille zu den Himmeln auf.
Der Mond, die Sterne halten Wacht,
gar nichts kann ändern ihren Lauf.

© Gilbert 2004









Glanz des Tages

In hellem Glanze liegt der Tag,
erwärmt sich in der Sonne Schein.
Und was auch immer kommen mag.
wir werden´s grüßen, lieb unf fein.

Wenn Blüten sich zum Lichte neigen,
Elfen auf der Lichtung schweben,
dann werden Bäume sich verneigen
und alle Liebe soll sich regen.

Dann sind im Einklang wir nun auch,
mit all den Kräften der Natur.
Und uns´res zarten Kusses Hauch
streicht über Wiesen, Wald und Flur.


©Gilbert 2004



In der Tiefe der Nacht

Es lag die Nacht so still und schwarz,
des Tages Laute war´n verklungen.
Von Tannenstämmen rann der Harz,
hielten zärtlich uns umschlungen.
Da war´s ums Herz so leicht und mild,
Vöglein hatten zart gesungen...
doch dann entschwand das liebe Bild,
die dünne Saite war zersprungen.

Noch immer denk ich an die Nacht,
sie ist mir tief ins Herz geschrieben.
Es brennt und treibt in mir mit Macht,
als würde es vom Wind getrieben.
Senkt sich die schwarze Nacht herab,
von sanften Hügeln so da drüben.
Wisch ich mir leis die Träne ab
träum ganz sachte von dem Lieben.

© Gilbert 2004







 

Ein kleines Lied

Ein kleines Lied so zart erklingt,
drängt sich ganz leise in mein Herz.
Und immer, wenn ein Vogel singt,
denk ich daran in meinem Schmerz.

Es ist so einfach, still und klar,
und wird mir nimmermehr vergehn.
Es lebt von selbst, ist immer wahr,
wenn ich mich nach der Liebe sehn.

Ein Liedlein, das die Mutter sang,
an meinen frühen Kindheitstagen.
Wenn mir mal war das Herz so bang,
hatt´s mich in seinen Bann geschlagen.

Der Mutter Sorge währt nicht mehr,
sie hat zur Ruhe sich gelegt.
Ihr kleines Lied, ich lieb es sehr,
wird lebenslang von mir gehegt.

© Gilbert 2004






 

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